Systems Engineering
Systems Engineering beginnt mit Systems Thinking. Mit systemischem Denken. Das ist eine Methode, die Komplexität eines Systems zu verstehen, indem man es als Ganzes betrachtet, anstatt es in seine Einzelteile zu zerlegen und diese zu studieren.
Das Eisbergmodell auf dem Bild rechts ist ein einfaches Beispiel für Systems Thinking bezogen auf unsere Umwelt als komplexes System. Donella Meadows hat es vorgeschlagen. Die Spitze des Eisbergs ist das, was wir wahrnehmen - Starkregen, Hitzewellen usw., also das, worauf wir hektisch und oft planlos reagieren. Machen wir uns die Mühe, die Muster solcher Ereignisse zu erkennen, können wir in einem gewissen Umfang Vorhersagen treffen. Gelingt es uns, die Beziehungen zwischen den beteiligten Objekten zu verstehen, haben wir gute Chancen, die Ursachen für die Muster der Ereignisse zu identifizieren, d.h. die strukturellen Beziehungen zwischen den Objekten formal zu beschreiben und schließlich Modelle zu erstellen, die uns befähigen, die Geschehnisse und ihre Einflussfaktoren mit verschiedensten Parametervariationen simulativ durchzuspielen. Ergebnis: Die Wirklichkeit ist transferiert in ein mathematisches Modell. Solche Modelle befähigen uns, die Optionen der Wirklichkeit zu verstehen, bevor sie eintreten, also komplexe Systeme zu verstehen, um letztlich mit ihren Chancen und Risiken umgehen zu können.
Übertragen auf die Entwicklung eines technischen Systems - damit meinen wir hier etwas, das ein Auftraggeber von einem Auftragnehmer beziehen möchte - steht nicht das zu liefernde System mehr oder weniger solitär im Fokus, sondern das System, in dem das Lieferobjekt seine Leistung erbringen soll. Das sogenannte Umgebungssystem. Im Umgebungssystem ist das zu liefernde System eines von vielen miteinander in Beziehung stehenden Objekten. Systems Engineering ist die Methode, alle diese Objekte und Beziehungen zu erkennen, Model Based Systems Engineering ist die Methode, Systems Thinking in der Weise vollständig in die technische Welt zu übertragen, dass die Objekte des Umgebungssystems und später von Teilsystemen des Lieferobjekts sowie die mathematisch formulierten Beziehungen zwischen ihnen in Modelle transferiert werden. Mit Hilfe dieser Modelle können wir das angestrebte Lieferobjekt, seine Funktionswirklichkeit und alle mit ihr verbundenen Chancen und Risiken vorhersehen - Frontloading vom Feinsten.